Kiel - die „Goldene Stadt“ am Meer
(Fortsetzungsroman)

Die Stadtregionalbahn Kiel (SRB) und der Wechsel zur Stadtbahn "Goldene Kieler Förde S-Bahn“
Ganz schön warm heute!“ Anna warf ihre Arbeitstasche aufs Parkett. „Eine Abkühlung wäre nicht schlecht!“.
Es war tatsächlich heiß und stickig in der Stadt. So richtig bruttig. Hans und Anna beschlossen zum Baden nach Schilksee zu fahren. Im Abteil war es angenehm kühl. Als der goldene Zug um Viertel nach Vier den Kieler Hauptbahnhof verließ, wurden sie mit leichtem Druck in die Sitze gepresst. Hans lehnte seinen Kopf an Annas Schulter. Gedankenversunken schaute er auf den Linienplan der an der Decke.
"Kieler Förde S-Bahn", stand da zu lesen.

S-Bahn_Kieler_Foerde_Baugemeinschaft-Kiel.jpgDie S-Bahn
Das erste, was bei ihm auftauchte beim Stichwort S-Bahn, war eine Intuition. Die Angelegenheit fühlt sich richtig oder falsch an.
Moderne S-Bahn fühlt sich gut an! Leise summend, leicht schwingend und wohl temperiert!
Mit der S-Bahn kam man überall hin, schnell, bequem und günstig. Mit der S-Bahn nach Blankenese oder an den Wannsee! Wie oft hatte Hans sich das früher für Kiel gewünscht - „Ruck Zuck“ mit der S-Bahn nach Friedrichsort, Strande oder Laboe - oder weiter! Und dann damals die Diskussion um die Stadtregionalbahn!- Wie Straßenbahn Linie 4!

Heute können Hans und Anna tatsächlichauf beiden Seiten der Kieler Förde viele Orte mit der S-Bahn erreichen. Zwei große Ringbahnen erschließen die Gebiete Dänischer Wohld im Westen bis nach Eckernförde und die Probstei im Osten bis nach Schönberger Strand.

Nächster Halt: Citti Park“- Die Ansage aus dem Zuglautsprecher klang etwa wie Hyde Park, Central Park oder Tiergarten.

Was ist aus der Straßenbahn Linie 4 geworden?“ Anna brachte Hans in die Realität zurück.
Kieler Straßenbahn Linie 4 - unangenehm, laut, quietscht,rumpelt und ruckelt, harte Sitze, im Winter kalt, im Sommer heiß, schlechte Luft, schlechtes Licht, beschlagene Scheiben, Gerüche, Enge, häufiger Halt an den Haltestellen, Ampeln und Hindernissen. Lange Wartezeiten durch häufige Verspätung oder Ausfall. Nein Danke! Schoß es Hans durch den Kopf.
Die Straßenbahn in Kiel ist Geschichte“ antwortete er.

Nächster Halt: Universität“

Die Universität war damals die Wendeschleife der Straßenbahnlinie 2. Hier war auch der Startpunkt der großen Studenten- Demonstrationen 1968 gegen Fahrpreiserhöhungen bei der KVAG oder gegen den Vietnamkrieg. Gerade hatte die Christian-Albrechts-Universität ihr 350 jähriges Bestehen gefeiert. Heute gibt's hier fast 30 Tausend Studenten. Da kam die Entscheidung für einen S-Bahn Anschluß gerade recht. Das Semesterticket galt nun im gesamten Kieler Umland!

Die "Kieler Förde S-Bahn" gehört zu Hans Lieblings-Projekten in Kiel. Die "Rasende S-Bahn", die auf manchen Streckenabschnitten mit Tempo 130 fährt, konnte ein oft angeführtes Manko im Kieler Förde-Netz beseitigen: das Fehlen von Umlandakzeptanz. Die vorher geplante Stadtregionalbahn (SRB) brachte keinen echten Vorteil für die Umlandgemeinden. Und auch die Landeshauptstadtbewohner wollten eigentlich keine neue Strassenbahn.
Doch öffentliche Verkehrsmittel sollten attraktiver sein als der eigne PKW. Eine schnelle und bequeme Verbindung von und zu Kieler Förde Orten und größeren Umlandgemeinden durch die Stadtbahn "Kieler Förde S-Bahn", das war die Lösung. Lokal gehandelt und in Regionen gedacht, auch zunächst ohne die notwendigen Fahrgastzahlen im Umland. Das brachte Stadt und Umland in die heutige win-win Situation!

Normalspur auf eigner Trasse ohne Oberleitung oder Stromschiene
Und der Clou des Systems: Alles auf Normalspur auf eigner Trasse ohne Oberleitung oder Stromschiene! 100 Prozent der Strecken werden auf einem gesonderten, eingezäunten Bahnkörper geführt. Das war wichtig, um an die nötigen Bundeszuschüsse zu kommen. 20 Prozent der Strecken existieren bereits als Bundesbahn oder Industriebahn, wie die Werftbahn in Gaarden oder die Kraftwerksbahn zum Ostuferhafen. Für die kurzen Tangentialverbindungen zu den S-Bahn Stationen gibt es nun die Gemeinde- oder Ortsbuslinien. Diese bieten den Kunden eine gute Anbindung an die Nachbargemeinden, vor allem aber zur S-Bahn.

Nächster Halt: Projensdorf/Wik“

Ausgang zur Lubinus Klinik nach links (bei Lubinus wurde das künstliche Hüftgelenk erfunden und inzwischen eine Million mal erfolgreich implantiert).
Gibt es eigentlich noch die Waldschänke im Projensdorfer Wildgehege?“ wollte Anna wissen.
Ja, da links.“

Nach der Durchfahrt durch das Projensdorfer Gehölz überquert die S-Bahn wieder zu ebener Erde den Nord-Ostsee-Kanal (Kiel-Kanal), der militärstrategisch nicht mehr notwendig war und wegen Unwirtschaftlichkeit stillgelegt wurde. Heute ist er das längste Kanaldenkmal der Welt!

Nächster Halt: Holtenau West“

Gleich nach rechts die Villa Hoheneck, das Ausflugslokal mit Biergarten und zum Kanalradweg bis nach Brunsbüttel.
„Da links, da kommt ein Flugzeug, direkt auf uns zu!“ rief Anna.
„Keine Panik, wir sind hier in der Einflugschneise zum Flughafen Holtenau!“ erklärte Hans beruhigend.

Nächster Halt: Altenholz/Klausdorf“

Ferngesteuerte Züge
Nun sind wir wieder auf der alten Industriebahn.
Als problematisch galt bis dahin jedoch das gleichzeitige Befahren dieser Gleise mit mehreren Bahnen,- durch GPS und einer einzigen Schleswig-Holsteinischen Bahnleitstelle in Altenholz konnte dieses Problem durch ferngesteuerte Züge gelöst werden.
Was, wir fahren ohne Lokführer?“
Na Ja, nicht ganz. Nur der sitzt jetzt im Rechenzentrum hier in Altenholz!
Der Computer macht das Bahnfahren flexibel – ohne starren Fahrplan, sondern nach Bedarf.

Die Bedarfshaltepunkte wie z.B. Schusterkrug und Holtenau-Ost werden nur angefahren, wenn sie angefordert werden. Beim Ein- und Ausstieg erkennt dich der Computer an deinem Personalausweis mit RFID Chip und Gesichtserkennung! Der Fahrpreis wird dann online abgebucht von deinem Konto!“
„Genial, und das funktioniert?“„Ja, und Schwarzfahrer gibt es so auch nicht mehr!“

Nächste Halte: Schusterkrug und Holtenau Ost zum Fährhafen Voßbrook“
Zu den Ostsee Fähren nach rechts 100m, zeigte ein Schild auf dem Bahnsteig. Das ehemalige Unterland des Flughafens (Voßbrook) wurde zum modernsten Fährhafen der Ostsee und Wasserstoffumschlagplatz mit direktem Eisenbahn und Autobahnanschluß. Ab 2014 durften Schiffe in der Ostsee nicht mehr mit Schweröl als Treibstoff fahren. Stattdessen wird nun umweltfreundlich Wasserstoff genutzt. Da kommt nur noch Wasserdampf aus dem Schornstein. Der gesamte frühere Schwerlastverkehr ist raus aus der Stadt. Der Kieler Innenstadthafen ist verkehrsberuhigt nur noch für Kreuzfahrtschiffe und Lustjachten da.

Nächster Halt: Pries-Friedrichsort“

Die Wasserstoff S-Bahn
Die Stadt Kiel hat sich als erste für den Bau einer "Kieler Förde S-Bahn" entschieden, und damit neue Wege beschritten.
Schleswig-Holstein gab der "Kieler Förde S-Bahn" eine Chance - mit ganz neuer Wasserstoff-Technik. Die Fahrzeuge rollen unabhängig von jeder Oberleitung. - Bislang wurde im Schleswig-Holsteinischen Bahn-Netz nur mit Strom oder Diesel gefahren.
Seit kurzem, kam eine ganz neue Antriebstechnik hinzu: Der schnelle und leise Elektroantrieb über die mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzelle.
Aus dem Wasserstoff wird über Brennstoffzellen abgasfrei und mit hohem Wirkungsgrad die elektrische Energie für die Antriebsmotoren zur Verfügung gestellt.
Das neue Antriebssystem ermöglicht auch die Rückwandlung der beim Bremsvorgang erzeugten kinetischen Energie in elektrische Energie. Diese elektrische Energie wird in Batterien zwischengespeichert und kann bei Bedarf daraus entnommen und für den Betrieb verwendet werden. Die Fahrzeuge sind extra für nichtelektrifizierte S-Bahn Strecken entwickelt worden, da sie sich sich aufgrund der kurzen Haltestellenabstände und dem damit verbundenen häufigen Anfahren und Bremsen besonders für den Einsatz eignen.

Dafür mussten ganz neue Züge entwickelt werden (Hydrail) . Leise, schnell, bequem, günstig und klimafreundlich.
Für die Kieler Industrie kein Problem, mit zwei Schienenfahrzeugfirmen und dem „Gewusst wie!“ für Brennstoffzellenantriebe aus der U-Bootstechnik war Kiel gut aufgestellt. Die neunte Hydrail Konferenz „Hydrail 2014“ fand deshalb 2014 in Neumünster statt. Die Entwicklung und Vermarktung mit Wasserstoff betriebener Nahverkehrszüge wurde aufgenommen. Vorreiter war der Zughersteller Alstom Transport, der bereits am 27. Mai 2015 mit Hydrogenics den Abschluss einer Vereinbarung über den Einsatz von Brennstoffzellen von Hydrogenics in Regionalzügen von Alstom bekannt gab.

Emissionsfrei und günstiger bahnfahren
Emissionsfrei bahnfahren – Wasserstoff ist voll einsatzfähig im täglichen Betrieb.
Am 1.Juli 2016 kam eine Wirtschaftlichkeitsanalyse des Bundesministeriums für Verkehr und Digitale Infrastruktur (BMVI) zu dem Ergebnis, das der Wasserstoffbetrieb deutlich wirtschaftlicher als Dieselbetrieb ist.
Der Einsatz von Brennstoffzellentriebwagen in Deutschland ist 25 Prozent günstiger als Diesel.
Zeitplan der Einführung der Wasserstoff-Infrastuktur für die Schiene 2016-2030
in Schleswig -Holstein.

Woher kommt der Wasserstoff?

In Starkwindperioden kam es bei der Windstromherstellung oft zu Überproduktion und Abschaltungen, da der Strom nicht gespeichert werden konnte. Heute wird daraus Wasserstoff hergestellt. >>> Hybridkraftwerk in Prenzlau

Inzwischen wurden viele Linien in Schleswig-Holstein umgerüstet. Die Neuentwicklung der Fahrzeuge wurde von der now-GmbH gefördert, und war für die Kieler Industrie ein Erfolgsmodell: Angesichts der erforderlichen Stückzahl von insgesamt 150 S-Bahn Zügen allein für Strecken in Norddeutschland hat die Kieler Industrie davon stark profitiert.

Nächster Halt: Ostseebad Schilksee – Olympia Zentrum“

Hans aufwachen! Halb Fünf! Wir sind da!“

So ein 15 Minuten Nickerchen in der S-Bahn ist echt gut! Ich habe von der Segel-Olympiade geträumt!“

Auf dem Bahnsteig empfing die beiden der frische, würzige Duft von Seetang, Strand und Meer.

Es versprach ein schönes Feierabendbad zu werden.

Zur Kieler Förde S-Bahn West <<< ? >>> Zur Kieler Förde S-Bahn Ost <<< ? >>> zum Inhaltsverzeichnis)


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