Kiel - die „Goldene Stadt“ am Meer
(Fortsetzungsroman)

Die Goldene Kai-City Gaarden

Als Hans vom Einkaufen nach Hause kommt, steht Anna schon in der Tür. „ Alfred und Ranke wollen um Eins in der Bambule Essen gehen. Ich hab gesagt, wir sind dabei. Aber ich war noch nie da, weißt du wie man am besten dahin kommt?“
Hans überlegte einen kleinen Augenblick. „Am schnellsten mit dem Fahrrad.“ „ O.k. Lass uns das Rad nehmen. Bewegung tut gut - dann zieh ich mich nur kurz um.“

Ein paar Minuten später sitzen sie schon auf ihren Fahrrädern.

Das Goldene Gaardener Tor Baugemeinschaft-Kiel
Das Goldene GaardenerTor in Kiel

Auf dem zum Wasser liegenden Radweg der Kaistrasse geht es, an der riesigen Stena Fähre entlang, nach Süden.
Wie weit ist es denn noch, der Verkehr ist ziemlich laut hier!“ „Ja, dahinten am Vier Sterne Hotel Atlantic folgen wir dem Ostseeküstenradweg nach links zur Hörnbrücke. Dann wird's leiser.“

Vorbei am Blauen Engel und den Bahnhofsbrücken, wo die Hafendampfer zur Kreuzfahrt über die Kieler Förde warten, schieben sie ihre Fahrräder über die Hörnbrücke zum Ostufer in Richtung Gaarden.
Die Überquerung der Hörnbrücke selbst ist bereits ein Erlebnis - der Blick zurück auf das rote DB des Hauptbahnhofs und das Einkaufszentrum Sophienhof, die Bettler, die vereinzelt am Brückengeländer sitzen und das Gewimmel der Fußgänger und Radfahrer, - das ihnen eine Menge über die Stadt erzählt.
Urplötzlich stoppt der Fußgängerstrom. Die Glocke ertönt, die rot weißen Schranken schließen sich und mit lautem Jaulen beginnen die Hydraulikpumpen zu arbeiten, dass die Bohlen unter den Füßen vibrieren. Die Spannung in den armdicken Stahlseilen ist förmlich sichtbar, die tonnenschweren drei Felder der Brücke heben sich, bis sie zusammenklappen und senkrecht verharren.
Das ist ja 'ne tolle Brücke.“ meinte Anna „Wer hat sich das denn ausgedacht?“

Drei Segelboote fahren rein in die Hörn, ein Fördedampfer und der Schaufelraddampfer Freya raus.

Nach der Freigabe der Brücke am anderen Ende angelangt, erreichen sie das Ostufer der Kieler Förde, den Stadtteil Gaarden. Was für Hamburg die Hafencity ist für Kiel die Kai-City. Hier, wo einst das industrielle Herz der Kieler Schiffbauindustrie schlug, hat die Stadt Arbeit neu erfunden.
Statt Kesselschmieden sind hier nun die bekanntesten Softwareschmieden und Telekomdienstleister angesiedelt. Nach den Abhörskandalen wachsen die nationalen Datensicherheitsdienste besonders hier in Kiel überdurchschnittlich, wahrscheinlich bis eine weltweite Lösung gefunden wird.
Doch nicht nur als Softwarewerft, auch als Wohnviertel ist die Kieler Kai-City Gaarden eine attraktive Adresse. Den nur gut ein Kilometer entfernten Kieler Rathausturm in Sichtweite, sind hier Wohnungen mit Fördeblick, Büros, Geschäfte, Restaurants und Bars entstanden.
Direkt nebenan liegen in der Saison die Kreuzfahrtschiffe und fahren täglich die großen Fährschiffe nach Norwegen und Schweden ab. Wer hier wohnen will, muss auch mit Lastwagen- und Eisenbahnverkehr und den Geräuschen und Gerüchen eines aktiven Hafens leben.
Rechts erreichen sie ein kleines Hafenbecken, den Germania Hafen, wo im Kontrast zu der modernen Bebauung alte Traditionssegler aus der Nähe zu betrachten sind.

Das Gebäude mit dem riesigen goldenen G, was ist das denn?“ Möchte Anna wissen.
„Durch das G müssen wir durch, das ist das Goldene Gaardener Tor. Dahinter beginnt die lange Gaardener Fußgängerbrücke. Sie führt uns über die S-Bahn Station Gaarden Kai-City (S-Bahn Kiel Ost), hinauf in den alten Stadtteil Gaarden.“

Vor noch gar nicht langer Zeit war hier Schluss. Wenn ein Tourist sich tatsächlich gen Osten Richtung Gaarden hierher verirrte, merkt er doch spätestens jetzt, dass man besser nicht weitergehen sollte. Jahrelang war die Brücke ein Torso, war ein Warnzeichen, über diese Brücke ging nur, wer musste.
Man bemühte sich zwar stets die Situation für Gaarden zu verbessern, doch es geschah nicht wirklich etwas.
Gaarden blieb ein Angstraum.

Die Goldene Eilentscheidung zu Gaarden

S-Bahn_Station_Gaarden_Kai-City Baugemeinschaft-Kiel
S-Bahn Station Gaarden Kai-City (S-Bahn Kiel Ost)

In einer Eilentscheidung hatte das oberste Bundesgericht damals ein salomonisches Urteil gefällt.
Es verurteilte die Stadt Kiel zur vollständigen Sanierung des Stadtteils Gaarden und das Land Schleswig-Holstein die Kosten dafür zu tragen!

Als erste symbolische Maßnahme musste die Stadt den Zugang zur Gaardener Brücke fertigstellen.

Die Stadt Kiel wurde selber Bauherr des Aufstiegsbauwerks. Es entstand das Gebäude G, das wichtigste Bauteil, weil es als Verwaltungsgebäude in Gaarden für Gaarden geplant wurde. Hier haben viele soziale Einrichtungen des Stadtteils Platz gefunden. Dazu sind alle wichtigen Ämter aus dem Rathaus in dieses neue Gebäude verlegt worden, allen voran das Amt der Oberbürgermeisterin, des Kämmerers, das Stadtplanungsamt, das Gesundheitsamt usw. Damit zeigte die Stadt Präsenz. Diese Ämter mussten hier bleiben, bis die Sanierung des Stadtteils Gaarden erfolgreich abgeschlossen war.
Das wirkte!

Es wurde das Goldene Tor nach Gaarden. Und Gaarden ein touristisches Highlight. Heute die Attraktion überhaupt.

Auf dem höchsten Punkt der Brücke beginnt ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht.
Es ist ein unglaublicher Anblick, im roten Abendlicht die Silhouette der Stadt, ganz hinten die Türme der Altstadt, zu sehen, wenn rings um einen herum die Luft von herrlichen Düften internationaler Spezialitäten erfüllt ist.
Der internationale Basar in der großen gläsernen Halle (einer ehemaligen Schwimmhalle), wo Händler ihre Gewürze offen vor ihre Stände stellen können – bietet ein einmaliges Geruchserlebnis. Im Gänge-Labyrinth des Basars finden sich neben Gewürzen auch alle möglichen anderen Produkte, wie Käse, Baklava, Schuhe, Kleider und und und... Dieser Basar gilt als der Größte in Kiel und bietet durch die riesigen Panoramafenster die schönste Aussicht.
Von hier kann man den Sonnenuntergang sehr gut sehen. Die Sonne geht genau hinter dem Hornheimer Riegel, dem Hügel, auf dem auch der Fernsehturm liegt, unter.
Es ist sowieso jedem zu raten, einmal nach Einbruch der Dunkelheit ans Gaardener Ufer zu laufen und dort die wunderschöne Küstenlinie, die vielen Lichter, die kleinen Segelboote und die beleuchteten Stadthäuser zu bestaunen. Das kostet nichts und lässt jedem den Atem stocken.

Hier ist der Eingang ins Goldene Gaarden.
Gaarden hat sich echt zu einem der schönsten Stadtteile Kiels gemausert.

Vor der Bambule schloss Anna ihr Fahrrad an. „Wirklich, wie in einer anderen Welt. - Ich glaub, ich bin im Urlaub. Das wollen wir jetzt mit Kebab und Rotwein genießen“- „O.k.“ meinte Hans „ Es freut mich, dass es Dir hier so gut gefällt!“

Zur Kieler Förde S-Bahn Ost <<< ? >>> zum Inhaltsverzeichnis


Stadtführungen

Bauen

Wohnen

Kontakt

Impressum

Startseite > Kiel die Goldene Stadt am Meer > GS_Kai-City_Baugemeinschaft-Kiel140824.html
Alle Angebote freibleibend und unverbindlich