Kiel - die „Goldene Stadt“ am Meer
(Fortsetzungsroman)

Neue Fähren für die Kieler Förde – die "Goldenen Kieler Wasserstoff-Schnellfähren“
Morgen soll es noch wärmer werden!“ Anna warf ihre Arbeitstasche aufs Parkett. „Was hältst du davon wenn wir gleich morgen früh zum Baden fahren?“.
Es war tatsächlich heiß und stickig in der Stadt. So richtig bruttig.Dann lass uns mit dem Dampfer fahren. Eine Kreuzfahrt über die Kieler Förde haben wir schon lange nicht mehr gemacht. Da können wir die neue H2-Schnellfähre nehmen“ bemerkte Hans.
Gesagt, getan.
Samstag früh um 8:30 Uhr standen sie an der Kieler Bahnhofsbrücke. Sie waren nicht alleine.
Mehrere hundert Badehungrige hatten die gleiche Idee. Das Sonnendeck der Fähre war schon voll belegt.
Doch die neuen Schnellfähren der Kieler Förde Linie hatten Platz für fünfhundert Gäste. Im Salondeck war es angenehm kühl. Als das goldene Schiff nach Fahrplan um 8:40 Uhr die Kieler Bahnhofsbrücke verließ, wurden sie mit leichtem Druck in die Sitze gepresst. Hans lehnte seinen Kopf an Annas Schulter.
Diese neuen Schiffe sind toll im Vergleich zu den alten Hafendampfern.“ Gedankenversunken schaute er auf den Linienplan der an der Decke.
"Kieler Förde H2-Fährlinie“,
stand da zu lesen.
...

Foerde-Faehre_Baugemeinschaft-KielAlte Kieler Förde Fähre der
Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel (SFK)
an der Bahnhofsbrücke



Die H2-Fährlinie
H2 steht für Wasserstoff.
Das erste, was bei ihm auftauchte beim Stichwort H2-Fähre, war eine Intuition. Die Angelegenheit fühlt sich richtig oder falsch an.
Moderne Fährschiffe fühlen sich gut an! Leise summend, leicht schwingend und wohl temperiert!
Mit der H2-Fähre kam man überall hin, schnell, bequem und umweltfreundlich. Mit der Schnellfähre nach Kalifornien oder zu den Dänischen Inseln!
Wie oft hatte Hans sich das früher für Kiel gewünscht - „Ruck Zuck“ mit der H2-Fähre an den Strand nach Falkenstein, Strande, Laboe - oder weiter!
Heute können Hans und Anna tatsächlich auf beiden Seiten der Kieler Förde viele Orte mit der H2-Fähre erreichen. Mehrere neue Anlegebrücken erschließen zusätzlich die Seebäder im Westen bis nach Eckernförde und Damp, sowie im Osten bis nach Schönberger Strand.

Nach dem Gong aus dem Bordlautsprecher erklang es deutlich hörbar:
Nächster Anleger: Seegarten“

Was war mit den alten Hafendampfern?“ Anna brachte Hans in die Realität zurück.
Schiffe mit Kohle- und Dieselantrieb hatten seit 1867 die Fördeschifffahrt bestimmt. - Mit Kohlenruß oder Dieselgeruch auf dem Sonnendeck musste man da immer rechnen. Harte Sitze draußen, schlechte Luft im Salon , im Winter kalt, im Sommer heiß, schlechtes Licht, beschlagene Scheiben, Gerüche, Enge. Lautes quietschen, rumpeln und ruckelt beim Anlegen. Das war manchmal echt abenteuerlich! Schoß es Hans durch den Kopf.
Die fossile Schifffahrt in Kiel ist Geschichte“ antwortete er „die Klimakatastrophe und die Energiewende haben auch in der Kieler Förde Schifffahrt zu einer Modernisierung der Flotte geführt! Der Rest fährt nur noch als Museumsdampfer.“

Nächster Anleger: Reventlou“

Die "Kieler Förde H2-Fähre" gehört zu Hans Lieblings-Projekten in Kiel. Die "Rasende H2-Fähre ", die auf manchen Streckenabschnitten mit 20 Knoten fährt, konnte ein oft angeführtes Manko im Kieler Förde-Netz beseitigen: das Fehlen von Umlandakzeptanz. Die langsamen alten Fährlinien brachte damals keinen echten Vorteil für die Umlandgemeinden.
Doch öffentliche Verkehrsmittel sollten attraktiver sein als der eigne PKW. Eine schnelle und bequeme Verbindung von und zu Kieler Förde Orten und größeren Umlandgemeinden durch die Schiffe der "Kieler Förde H2-Fährlinie", das war die Lösung. Von den Anlegern starten nun die Gemeinde- oder Ortsbuslinien. Diese bieten den Fahrgästen eine gute Anbindung an die Nachbargemeinden, vor allem aber zur Kieler Förde S-Bahn. Lokal gehandelt und in Regionen gedacht, auch zunächst ohne die notwendigen Fahrgastzahlen im Umland. Das brachte Stadt und Umland in die heutige win-win Situation!
Und der Clou des Systems: Alles superschnell auf Vorrang-Fahrwasser!
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Schlepper_Faehre_Baugemeinschaft-KielAlter Hafenschlepper als Personenfähre vor dem Kreuzfahrtschiff MSC LIRICA in Kiel



Selbstfahrende, ferngesteuerte Schiffe
Als problematisch galt bis dahin das gleichzeitige Befahren dieser Fahrwasser durch die Berufs- und Freizeitschiffahrt. Durch Satellitennavigation (GPS) und einer einzigen Kieler Schiffsleitstelle in Friedrichsort konnte dieses Problem für selbstfahrende, ferngesteuerte Schiffe gelöst werden.
„Was, wir fahren ohne Schiffsführer?“
„Na ja, nicht ganz. Nur der sitzt jetzt in der Schiffsleitstelle Alte Festung in Friedrichsort !
Der Computer macht das Schifffahren viel sicherer und bequemer. Alle Schiffe werden per GPS geführt. Dies und der hervorragende Schottelantrieb der H2-Fähre macht auch erst das präzise Anlegen an den Pontonbrücken ohne ruckeln und rumpeln möglich.

Nächster Anleger: Bellevue“

Die Wasserstoff-Schnellfähre
Die Stadt Kiel hat sich als erste für den Bau einer "Wasserstoff Schnellfähre" entschieden, und damit neue Wege beschritten.
Schleswig-Holstein gab der "Kieler Wasserstoff Schnellfähre" eine Chance - mit ganz neuer Wasserstoff-Technik. Die Schiffe fahren umweltfreundlich mit Wasserstoff. - Bislang wurde in Schleswig-Holstein nur mit Diesel gefahren.
Seit kurzem, kam eine ganz neue Antriebstechnik hinzu: Der schnelle und leise Elektroantrieb über die mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzelle.
Aus dem Wasserstoff wird über Brennstoffzellen abgasfrei und mit hohem Wirkungsgrad die elektrische Energie für den Schottelantrieb zur Verfügung gestellt.

Nächster Anleger: Mönkeberg“

Das neue Antriebssystem
Der neue Schottelantrieb ermöglicht auch die Rückwandlung der beim Bremsvorgang erzeugten kinetischen Energie in elektrische Energie. Diese elektrische Energie wird in Batterien zwischengespeichert und kann bei Bedarf daraus entnommen und für den Betrieb verwendet werden. Diese Antriebe sind extra für die Schnellfähren entwickelt worden, da sie sich sich aufgrund der kurzen Anlegerabstände und dem damit verbundenen häufigen Anfahren und Bremsen besonders für den Einsatz eignen.
Dafür mussten ganz neue Schiffe entwickelt werden. Leise, schnell, bequem, günstig und klimafreundlich.
Für die Kieler Industrie kein Problem, mit fünf innovationsfreundlichen Werften und dem „Gewusst wie!“ für Brennstoffzellenantriebe aus der U-Bootstechnik war Kiel gut aufgestellt. Die Entwicklung und Vermarktung mit Wasserstoff betriebener Schiffe wurde aufgenommen. Vorbild war der Zughersteller Alstom Transport, der bereits am 27. Mai 2015 mit Hydrogenics den Abschluss einer Vereinbarung über den Einsatz von Brennstoffzellen von Hydrogenics in Regionalzügen von Alstom bekannt gab.

Nächster Anleger: Möltenort“

Woher kommt der Wasserstoff?
In Starkwindperioden kam es bei der Windstromherstellung oft zu Überproduktion und Abschaltungen, da der Strom nicht gespeichert werden konnte. Heute wird daraus Wasserstoff hergestellt. >>> Hybridkraftwerk in Prenzlau
Die Schiffe in Kiel können Wasserstoff an der
Ölpier in Mönkeberg bunkern.

Nächster Anleger: Friedrichsort“

Emissionsfrei und günstiger Schifffahren
Emissionsfrei Schifffahren – Wasserstoff ist voll einsatzfähig im täglichen Betrieb.
Am 1.Juli 2016 kam eine Wirtschaftlichkeitsanalyse des Bundesministeriums für Verkehr und Digitale Infrastruktur (BMVI) zu dem Ergebnis, das der Wasserstoffbetrieb bei der Bahn deutlich wirtschaftlicher als Dieselbetrieb ist.
Auch im maritimen Bereich zeigen neue Projekte die Entwicklung des Brennstoffzellenmarktes:
Brennstoffzellen im maritimen Einsatz sorgen für eine saubere Energieversorgung auf Seeschiffen.
Brennstoffzellen und Wasserstoff führen zu geringstem Schadstoffausstoß.
Aus Wasserstoff und CO2 lassen sich viele erneuerbare Kraftstoffe herstellen.

01.03.2017
250 Millionen für Wasserstoff und Brennstoffzelle - BMVI startet neues Förderprogramm im Verkehrsbereich
Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) startet im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP 2) ein neues Förderprogramm, um den Markt anzukurbeln. Technisch ausgereifte Produkte sollen am Markt wettbewerbsfähig gemacht werden. Für das sogenannte NIP 2 stellt das BMVI im Zeitraum 2017-2019 rund 250 Millionen Euro bereit.

Die Neuentwicklung der Schiffe wurde von der now-GmbH gefördert, und war für die Kieler Industrie ein Erfolgsmodell: Angesichts der erforderlichen Stückzahl von insgesamt 150 Schnellfähren in Norddeutschland hat die Kieler Industrie davon stark profitiert. Inzwischen wurden auch viele Fährlinien in Schleswig-Holstein umgerüstet.

Nächster Anleger: Falkenstein“

Hans aufwachen! 9:15 Uhr. Wir sind da!“
So ein 15 Minuten Nickerchen auf der Fähre ist echt gut! Ich habe von der Segel-Olympiade geträumt!“

Auf dem Anleger empfing die beiden der frische, würzige Duft von Seetang, Strand, und Meer! - (ohne Dieselgeruch!).
Es versprach ein schöner Strandtag zu werden.

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