Index 80403

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 Hitzesommer, alte Leute, Passivhaus

Die Auswirkungen des Klimawandels sind Wetterextreme, wie zum Beispiel die Hitzewelle in Europa im Sommer 2003, die nach Schätzungen 20 000 bis 30 000 Menschenleben gefordert hat und damit laut Angaben einer Rückversicherung die größte Naturkatastrophe in Mitteleuropa seit Menschengedenken gewesen ist. In allen Altersgruppen über 45 Jahren war die Sterblichkeit signifikant erhöht.

Es ist festgestellt worden, dass die Belastungen des Organismus und damit auch die Anzahl der Opfer jedoch nicht einfach mit den Außentemperaturen steigen, sondern besonders von den Temperaturen in den Gebäuden abhängig sind.

Besonders ältere Menschen sind bei hohen Temperaturen stark gefährdet. Die Sterberaten steigen nach einigen Tagen Hitze stark an, wenn die Gebäude in den Nächten kaum noch abkühlen können.

Senioren leiden mehr als jüngere Menschen unter plötzlichen Temperaturumschwüngen.

In vielen Fällen leiden sie an chronischen Beschwerden, welche die normalen Körperreaktionen auf Hitze beeinflussen.

Bei Senioren wird in vielen Fällen durch die Einnahme von rezeptpflichtigen Arzneimitteln die Fähigkeit des Körpers, die Körpertemperatur zu regulieren, bzw. zu schwitzen, beeinträchtigt.


Die Menschen in der Europäischen Region verbringen den größten Teil ihrer Zeit in geschlossenen Räumen. In Mitteleuropa liegt die optimale Innenraumtemperatur zwischen 18 und 24 Grad Celsius.

Die Verhütung gesundheitsschädlicher Auswirkungen höherer Temperaturen setzt voraus, dass sich die Menschen selbst schützen, dass Hitzewellen als Gefährdungspotenzial in die Notfallplanung aufgenommen werden und die Hitzebelastung in Innenräumen reduziert wird.


Passivhaus schützt bei Hitzewellen


Was gegen Kälte wirkt, hilft auch bei Wärme. Dies sind die aktuellen Erfahrungen von Passivhausbewohnern. Wenn es draußen unerträglich heiß ist, herrscht im Passivhaus eine angenehme Kühle.

Der Grund ist: Passivhäuser verfügen über eine bessere Außendämmung als herkömmliche Gebäude. Die Dämmung sorgt dafür, dass im Winter die Wärme drinnen und im Sommer draußen bleibt. Hinzu kommt der positive Effekt einer Komfortlüftungsanlage, die ebenso Teil des Passivhauskonzeptes ist.

Während sich in anderen Häusern nachts die Hitze staut, füllt die aktive Dauerlüftung die Räume schnell mit Frischluft - und das ohne Zugluft.

Im Sommer wird die Luft abgekühlt, bevor sie in die Wohnung kommt, und im Winter wird sie erwärmt.

Im Passivhaus ist das Lüftungsproblem gelöst: Eine ausreichende Versorgung mit frischer Luft ist immer gewährleistet. Die im Haus erzeugte Feuchtigkeit und die Innenraumluftbelastungen werden garantiert abgeführt.

Passivhäuser in Mitteleuropa können im Sommer auch ohne Energieaufwand durch verschiedene Arten der Nachtlüftung komfortabel gehalten werden.

Für besondere Fälle, in denen anstelle der Nachtlüftung doch eine aktive Kühlung erforderlich ist, können Kühlgeräte mit Luftentfeuchtung zum Einsatz kommen. Die Raumkühlung wird in die Primärenergiebilanz aufgenommen.

Auch im Fall der Raumkühlung ist die Frage der Bereitstellung von Kühlenergie aus passiv erschließbaren Quellen oder mit Hilfe einer effizienten konventionellen Kältemaschine im Grunde zweitrangig. Entscheidend ist - wie im Raumwärmefall - dass die verwendeten Lösungen zuverlässig, unkompliziert und ökonomisch sind und einen vertretbar geringen Primärenergiebedarf aufweisen. Dieser muss so gering sein, dass die Passivhaus-Primärenergie-Kriterien erfüllt werden können, dann würde wohl eine Versorgung nur mit Strom (Ökostrom aus erneuerbarer Energie) die kostengünstigste Lösung sein. Die unmittelbare Umsetzung von Biomasse zu Wasserstoff und Brennstoffzelle zu Ökostrom wird schon kurzfristig zu einem Überschuss an Ökostrom führen.

(Biomassekraftwerke mit Direktvergasung).


Passivhäuser liegen im Trend


Die Vorteile des Passivhauses haben sich mittlerweile vielerorts bewährt. In Deutschland gibt es derzeit bereits mehrere tausend Gebäude, die mit dem innovativen Baustandard ausgestattet sind. Darunter sind nicht nur Wohnhäuser, sondern z.B. auch Kindergärten, Turnhallen, Büros.

Der Baustandard eignet sich nicht nur für Neubauten. Auch Altbauten können zu Passivhäusern umgebaut werden. Beim Energieberater erfahren Interessierte, was dabei zu beachten ist. Außerdem unterstützt das Umweltschutzamt Kiel den Bau der klimaschonenden Passivhäuser mit Fördergeldern im Rahmen der Innovativen Bauausstellung INBA 2008 http://www.inba-kiel.de/ .


Passivhausberatung in Kiel:

Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V. http://www.arge-sh.de/

Investitionsbank Schleswig-Holstein http://www.ib-sh.de/

Landeshauptstadt Kiel Umweltschutzamt http://www.kiel.de/Aemter_01_bis_20/18/Amtsverzeichnis_18/Umweltschutzamt.htm/




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